Leisetreter -
Der Gehörschutz-Blog

Lärmorama

Laermorama-01Die schweizer Fachstelle Fachstelle Lärmschutz stellt seit dem Jahr 2000 Infos zum Thema Lärm ins Netz. In der Zwischenzeit ist daraus eine ansehnliche Wissenssammlung geworden, die viele Tipps zum Umgang mit Lärm und zur Lärmvermeidung bereithält. Nützlich ist auch der Risikorechner „Gehör in Gefahr?“.

Hier gehts zum Lärmorama.

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Schwerhörige Seehunde nach Offshorebauarbeiten

SeehundHohe Impulslärmpegel wie zum Beispiel Schüsse können beim Menschen zu sofortiger Schwerhörigkeit führen, oft ohne Heilungschancen.

Der Knall eines Schusses wird in Luft zum Ohr transportiert und nimmt mit zunehmender Distanz zum Gewehr stark ab. Ganz anders verhält sich der Schalltransport im Wasser. Da die Schallabsorption im Wasser geringer und die Ausbreitungsgeschwindigkeit höher ist als in Luft, breitet sich Schall im Wasser ungehinderter aus. Das hat Auswirkungen:

Forscher des Scottish Ocean Institute in Fife haben untersucht, welche Schallpegel bei den Rammarbeiten beim Aufbau von Offshoreparks entstehen. Bei Messungen vor der Küste Großbritanniens ermittelten sie Pegel von bis zu 250 Dezibel. Abgesehen davon, dass es sich dabei um die höchsten bisher von Menschenhand erzeugten Unterwasserschallpegel handelt, breiten sich diese dramatischen Lautstärken unter Wasser schneller und ungehinderter aus, als vergleichbarer Lärm in der Luft.

Die Wissenschaftler untersuchten daraufhin, wie die Seehunde der Region mit dem Lärm zurecht kommen. Aus früheren Untersuchungen weiß man, das Seehunde durch Lautstärken ab 130 Dezibel vorübergehend und ab 185 Dezibel dauerhaft hörgeschädigt werden könne. Vor der Küste Englands wurden 24 Seehunde mit Sensoren ausgestattet, um ihre Aufenthaltsorte und damit die Lärmbelastung während der Offshorebauarbeiten zu beurteilen. Ergebnis: Die Tiere waren beim Einrammen der Fundamente in den Meeresboden Pegeln von bis zu 196 Dezibel ausgesetzt.

Anschließend wurde das Gehör der Seehunde getestet. Man stellte Hörverluste von durchschnittlich 23 Dezibel fest. Und: Bei der Hälfte der Tiere reichte der Baustellenlärm aus, um das Gehör dauerhaft zu schädigen.

Veröffentlicht wurden die Ergebnisse der Studie im Mai 2015 im Journal of Applied Ecology.

Seehundfoto: Marcel Burkhard, CC BY-SA 3.0

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Hörverlustsimulator

HearLoss Hörverlust-SimulatorAuf der Website der University College London steht ein interessantes Tool zum Download: HearLoss – Eine Software, welche die Auswirkungen eines Hörverlustes demonstriert.

Nach Installation des Programmes stehen vier verschiedene Hörvermögen bzw. Hörverlustarten zur Auswahl: Normalhörend, leichter/mittlerer/schwere Hörverlust. Die Startversion der Software kommt mit drei Soundfiles: Sprache, Musik und Hintergrundgeräusch. Die Sounds können bei der Wiedergabe gemischt werden. Während die Klänge zu hören sind, lassen sich die Einschränkungen (leicht/mittel/schwer) in drei verschiedenen Kategorien umschalten und miteinander kombinieren:

  • Verlust an Lautstärkeempfindlichkeit
  • Verlust an Frequenzauflösung (Simulation eines Höchtonhörverlustes in verschiedenen Stärken)
  • Verlust des Unterscheidungsvermögens von Tonhöhen

Besonders interessant: Es lassen sich eigenen Soundfiles in das Programm nachladen und durch die Simulation schicken.

Sie Software läuft auf Windows-Systemen und steht sogar in einer deutschsprachigen Version auf der Website der UCL kostenlos bereit: Zum Download.

LeisetreterHearLoss ist ein eindrucksvolles Tool, um sich in die Hörweise von Menschen mit Hörverlust hineindenken zu können. Schnell wird klar, dass Schwerhörigkeit nicht gleichzeitig völlige Taubheit bedeutet. Und ebenso schnell wird klar: Ein Hörverlust hat krasse Folgen. Es lohnt sich das Gehör zu schützen. Gehörschutz kann solche Hörverluste verhindern helfen.

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Schwerhörig: Die Hautfarbe entscheidet mit

Zwei Menschen - unterschiedliche Risiken, schwerhörig zu werden...Warum lässt das Gehör im Alter nach? Die Gründe sind vielfältig: Krankheiten, Lärmbelastung im Laufe eines Lebens, genetische Vorbelastung, Medikamente und eine ganze Reihe anderer Faktoren können verantwortlich sein für ein über die Jahre nachlassendes Gehör.

Ein Forscherteam um Professor Frank R. Lin an der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore fanden nur einen weiteren möglichen Risikofaktor: Die Hautfarbe.

Im Rahmen einer Gesundheitsbefragung von 717 über 70-jährigen US-Amerikanern würden auch Hörtests durchgeführt. Den Forschern fiel bei der Auswertung auf, dass die weißen Befragten eine Schwerhörigkeitsquote von 64% zeigten, die Afroamerikaner jedoch nur 43 %. Zunächst lag die Vermutung nahe, dass statistische Effekte wie Alter oder Lärmexposition Ursache für diese deutliche Abweichung sein könnten. Nachdem diese Faktoren bereinigt waren, wurde der Unterschied jedoch noch deutlicher: Die Farbigen zeigten nur noch ein Schwerhörigkeitsrisiko von 30% (verglichen mit 64% bei den Weißen).

Die Ursache ist derzeit noch nicht hunderprozentig geklärt. Eine mögliche Ursache sind schützende Effekte durch Pigmente in Haut- und Innenohrzellen. Diese Pigmente könnten das Innenohr dadurch schützen, dass sie freie Radikale absorbieren.

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Die Wüsternrennmaus-Lärmempfindlichkeits-Erklärung

Schwerhörigkeiten werden meisten einen Fehler im Innenohr oder Mittelohr zugeordnet. Manchmal auch dem Hörnerv. Glaubt man jedoch einer Untersuchung der Ludwig-Maximilians-Universität in München, dann sind sehr häufig auch zentrale Veränderungen beteiligt.

Die Forscher haben die Hörzellen vom Wüstenrennmäusen analysiert. Dabei haben sie auf die Störanfälligkeit der Mäuse geachtet und das Alter der Tiere berücksichtigt. Ein Ergebnis der Studie war, dass die Mäuse mit zunehmendem Alter, trotz korrekter Hörfähigkeit, immer weniger in der Lage waren, Geräusche zu filtern. Die Münchner Forscher haben als Ursache für dieses Phänomen einen Mangel der Neurotransmitter Glutamat, Glycin und Gamma-Aminobuttersäure bei den Wüstennagern zugeschrieben.

Spannend ist nun die Frage, ob sich die Ergebnisse auch auf Menschen übertragen lassen. Neurobiologe Prof. Dr. Benedikt Grothe hält das für durchaus legitim. Auch ist er der Ansicht, dass sich mit dem Phänomen die sinkende Toleranz gegenüber Lärm mit zunehmendem Alter der Menschen zum Teil erklären lässt.

Eine medikamentöse Therapie ist auf Grundlage dieser neuen Erkenntnisse jedoch derzeit nicht denkbar. Die dafür notwendigen Medikamente würden Epilepsiepräparaten ähneln und mit Nebenwirkungen aufwarten, die denen einer Alterslärmempfindlichkeit deutlich überlegen sind.

Außerdem darf bei dieser Betrachtung nicht vernachlässigt werden, dass mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit eines Hörverlustes immer wahrscheinlicher wird. Neuere Studien aus dem Jahr 2010 zeigen, dass 78% der schwerhörigen Menschen an einer Hochtonschwerhörigkeit leiden. Diese Schwerhörigkeit sorgt neben einem schlechteren Sprachverständnis in lärmvoller Umgebung dafür, dass tieffrequenter Lärm zwar gut gehört, Sprache jedoch nicht mehr richtig verstanden wird.

Die Ergebnisse der Ludwig-Maximilians-Universität zeigen unter Umständen, dass nicht nur Art und Größenordnung eines Hörverlustes, sondern auch das Alter des betroffenen Menschen und damit seine Lärmverarbeitungsfähigkeit für Sprachverständlichkeitsprobleme in lärmvoller Umgebung verantwortlich sind. Auch wenn Medikamente dagegen derzeit nicht in Sicht sind, so können moderne Hörgeräte die Probleme jedoch zu einem großen Teil korrigieren.

Das Bild der putzigen Nager stammt
von Baldur123 (via Wikimedia)

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Wie funktioniert eigentlich ein Hörtest?

Fachleute gehen davon aus, dass in Deutschland über 15 Millionen Menschen schlecht hören. Tendenz: steigend. Viele der Betroffenen wissen nichts von ihrem Hörverlust und schieben erste Anzeichen und beginnende Hörprobleme auf ihre Umwelt: „Menschen sprechen undeutlicher“, „Fernsehfilme sind nicht mehr so klar wie früher“, „Die Musik auf Veranstaltungen wird immer unerträglicher, „…“

Das eigene Hörvermögen besser kennen zu lernen ist ganz simpel, tut nicht weh und ist in wenigen Minuten erledigt. Viele Hörgeräteakustiker in Deutschland bieten solche Hörtests an. Einige von ihnen sogar kostenlos.

Ich möchte heute erklären, wie so ein Hörtest abläuft. Vielleicht (mehr …)

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Wie MP3-Player das Gehör schädigen

Lärm schädigt das Gehör – das ist nichts neues und bereits gut erforscht. Die Auswirkungen sind für viele Menschen alltäglich greifbar: Wer ein Leben im Lärm hinter sich hat leidet in der zweiten Lebenshälfte häufig unter einem irreparablem Hörverlust.

Befürchtungen von Fachleuten thematisieren momentan laute MP3-Player als Quelle zusätzlichen Übels. Man weiß, das die regelmäßige Beschallung mit hohen Lautstärken in jungen Jahren später einmal zu erheblichen Hörverlusten führt. Besonders dramatisch sind dabei die äußeren Einflüsse: Wird Musik in lauter Umgebung (z.B. S-Bahn) gehört oder löst sie positive Gefühle aus, so wird die Lautstärke immer weiter erhöht.

Forscher der Uni Münster und des Institute for Physiological Sciences in Okazaki (Japan) haben nun noch einen weiteren Aspekt erforscht und offen gelegt, der nicht erst das Hören im Alter betrifft. Im (mehr …)

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Druckbetankung: Musikabmischungen mit immer mehr Schallenergie

Musik wird immer lauter. Gemeint ist ausnahmsweise mal nicht der Lautstärkepegel auf Konzerten, sondern die Musik aus der Konserve. „Laut“ bezieht sich in diesem Fall auch nicht auf die Lautstärke, die der Musikfan an der Stereoanlage oder am MP3-Player einstellt. Gemeint ist der mittlere Lautstärkepegel auf dem Datenträger, also der CD oder dem MP3-File.

Diese Lautstärke steigt seit Jahren und hat mittlerweile ein Niveau erreicht, das durchaus bedenklich ist.

Die Musikindustrie versucht, Musik mit möglichst hoher durchschnittlicher Lautstärke abzumischen. Das hat zwei Gründe: Zum einen klingt Musik auf diese Weise „fett“ und präsent, zum anderen wird dafür gesorgt, dass leise Klanganteile auch bei starkem Umgebungslärm noch hörbar sind. Musik setzt sich auf diese Weise durch.

Erreicht wird dieser Effekt, indem die leisen Anteile der Musik aufgepumpt werden: Ihre Lautstärke wird stark erhöht und zu den lauten Musikanteilen angeglichen. Das Ergebnis ist ein viel höhere Durchschnittslautstärke und ein lauterer Musikeindruck. Sehr anschaulich zu erkennen ist das rechts im Screenshot der schweizer Unfallversicherung. Zu sehen sind zwei Versionen von „So Far Away“, einem Titel der Dire Straits. Er wurde im Original (links) 1985 veröffentlicht. Zu sehen sind viele Details, einzelne sehr laute Momente, ständig wechselnde Lautstärke. 2005 kam dann das Album remastered neu auf den Markt (rechts). Derselbe Titel ist optisch kaum noch wieder zu erkennen: Die leisen Bereiche wurden auf ein Maximum aufgepumpt und schlagen beinahe über die gesamte Tracklänge an die Maximalgrenze. Seinen Charakter hat der Titel (mehr …)

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Wieviele Orchestermusiker tragen Gehörschutz?

Im Orchestergraben kann es ziemlich laut zugehen. Das Problem: Musik wird im allgemeinen nicht als Lärm empfunden. Und: Musiker sind darauf angewiesen, sich auf ihre akustische Wahrnehmung verlassen zu können. Ganz praktisch bedeutet dies: Der Umgang mit Gehörschutz muss erst gelernt werden. Die Einschätzung der veränderten Wahrnehmung durch einen Gehörschutz benötigt Training – oft wochenlanges oder monatelanges Training. Nur wer regelmäßig Gehörschutz einsetzt, kann sich umgewöhnen und bleibt dabei.

Hier beginnt der Teufelskreis: Der erste Test bei der Orchesterprobe mit eingesetzten Ohrstöpseln verläuft meist irritierend. Die gewohnte Umgebung klingt anders, das eigene Instrument ebenso. Das ist anstrengend und unangenehm. Meist wird der Gehörschutz schon nach wenigen Minuten Test wieder zur Seite gelegt. Orchestermusiker werden mit diesem Thema und dem richtigen Umgang damit oft allein gelassen.

Dies zeigt auch eine engagierte kleine Studie von Falkenseer Schülern, die damit immerhin eine Regionalausscheidung für „Jugend forscht“ für sich entscheiden konnten. Befragt wurden 405 Orchestermusiker. Nur 28 gaben an, Gehörschutz zu tragen. Ein niederschmetterndes Ergebnis, wenn man davon ausgeht, dass Schallpegel von 90 Dezibel auch über längere Zeiträume in Orchestern keine Seltenheit sind.

Judywie hat die Orchesteraufnahme
für photocase.com geschossen.

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Lärmbelastungsrechner

Eigentlich eine gute Idee: Ein Programm, mit dem sich die persönliche Lärmbelastung ermitteln lässt und auch das Risiko, eine Schwerhörigkeit zu erleiden. Ganz besonders jüngere Menschen sind heutzutage gleich mehreren Lärmquellen ausgesetzt, von denen sie einige selber vermutlich gar nicht als „Lärm“ bezeichnen würden: Arbeitsplatz, Disco, Konzerte, MP3-Player, …

Wäre es nicht toll, wenn ich mir per Software mit ein paar Klicks mein persönliches Hörverlust-Risiko anzeigen lassen könnte?

Genau das kann man nun mit Hilfe des Lärmbelastungsrechners der IFA (Institut für Arbeitsschutz).

Das Institut für Arbeitsschutz gehört zur gesetzlichen Unfallversicherung. Es ist damit quasi amtlich. Und genau das scheint auch das Problem zu sein: Beim Versuch, mit einer solchen Software die gewünschte Zielgruppe zu erreichen, wäre ein privates Unternehmen vermutlich zunächst mit den Augen der Zielgruppe an das Projekt heran gegangen. Anders das Institut für Arbeitsschutz: Hier wurde auf eine klassische, schlichte, Windowsoberfläche gesetzt und auf jegliche Aufhübschung verzichtet. Die Eingabemaske besteht aus endlosen Textwüsten und Interessenten werden mit unromantischem Fachchinesisch um Auskunft gebeten: „…so kann Ihr L EX,8h maximal 80 dB(A) betragen“. Zudem müssen in dreiseitigen PDF-Files Kennziffern studiert werden.

Schade, die Idee ist gut und so wichtig. Leider hat die IFA hier an der Zielgruppe vorbei programmieren lassen und statt eines interaktiven Tools ein „amtliches Erfassungsblatt“ veröffentlicht. Junge Menschen (insbesondere Berufsanfänger) lassen sich mit einer so trockenen Umsetzung kaum gewinnen. Vielleicht gibt es ja bald eine Version 2.0, online bedienbar und in optisch und funktionell ansprechender Form?

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