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Leisetreter -
Der Gehörschutz-Blog

So klingt das Web

Blogbeitrag gepostet am 28.03.2011

Internetseiten sind nicht das, was wir sehen. Webseiten sind Quelltext. Reihen von Zeichen, seltsame Steuerungsbefehle und geklammerte Begriffen. Erst der Internetbrowser macht daraus das Online-Disneyland für unsere Augen: Eine mehr oder weniger ästhetisch anzuschauende Website.

Internetseiten sind jedoch nicht nur optisch, die können auch akustisch sein. So, wie ein Webbrowser den Quellcode einer Website in eine ansprechende Optik umsetzt, so kann die Codeorgel den Quelltext in ein Klanggebilde umsetzen. Jede Website klingt anders. Probier es aus und hör Dir Deine Lieblingssites an…

[via]

Das wunderbar vergilbte Klavier hat
designritter für photocase.com fotografiert.
Den Quellcode haben wir selbst verzapft.

Lärmfaktor Kranich

Blogbeitrag gepostet am 23.03.2011

Kraniche sind stolze Vögel. Meist gern gesehen. Und im Spätherbst stehen sie beinahe schon symbolisch für den Zug der Vögel gen Süden.

Ein einzelner Kranich macht ein wenig Lärm. Mehrere Kraniche schon etwas mehr. 30.000 von ihnen veranstalten jedoch ein ohrenbetäubendes Getöse.

Die Welt berichtete jüngst in ihrer Onlineausgabe über diejenigen Landstriche, die wir meinen, wenn wir davon sprechen, dass Kraniche „gen Süden fliegen„. Gemeint ist zum Beispiel Israel. Dort veranstalten die die Vögel ein Höllenkonzert und bringen die Bauern um ihre Kichererbsenernte.

Da ich nicht mit dem Schallpegelmesser vor Ort war, bleibt mir nur der Taschenrechner. Nun ist das mit den Dezibel so eine Sache. Die kann man nämlich nicht so einfach addieren. Die Regel lautet: „Immer wenn sich die Anzahl der Schallquellen verdoppelt erhöht sich der Pegel um 3 dB„. Also bin ich einfach mal davon ausgegangen, dass ein Kranich 60 Dezibel auf die akustische Waage bringt. Das ist etwa so laut wie Menschen sprechen. In der Tabelle rechts sehr Ihr, wie laut es mit zunehmender Kranichpopulation werden kann: Ziemlich laut. Auch wenn die Kraniche zugegebenermaßen nicht alle an einem Ort sitzen.

Lärmende Kraniche in Israel sind ein weiteres Beispiel für die Subjektivität von Schall & Lärm: Was hier bei uns idyllische Akustikkulisse ist, bringt andere Landstriche um den Verstand.

Alles eine Frage der Dosierung…

Das Foto hat Andreas Köckeritz für pixelio.de
geschossen. Zugegeben, er war dafür
vermutlich nicht in Israel.

Hörgeräte für Dummies: Grundlagen leicht verdaulich erklärt

Blogbeitrag gepostet am 18.03.2011

Vor einiger Zeit stolperte ich über den Podcast OmegaTau von Markus Völter. Aus dem „kurz mal reinhören“ wurden ausgedehnte Zuhörstunden auf längeren Autofahrten.

Seit ich mit dem Zuhören begann, habe ich viel gelernt. Über Evolution, über Seehunde, Wetter oder Zugvögel. Denn Markus Völter und Nora Ludewig befragen in ihren Hörepisoden Fachleute ganz unterschiedlicher Gebiete. Dabei bremsen sie die Experten immer wieder aus, bevor sie allzu sehr in ihr eigenes Fachlatein verfallen. Und sie fragen Dinge, die man sich selber auch fragen würde.

Neulich traute ich meinen Ohren kaum: Auf OmegaTau stand das Thema „Audiologie & Hörgeräte“ als Podcast zum Download. Ein Bereich, in dem ich zu hause bin. Marcus Völter hatte André Steinbuß besucht, den Leiter der der Abteilung Forschung und Entwicklung von Siemens Hörgeräte in Erlangen. Und damit tat er einen Glücksgriff, denn André ist in der Lage, komplizierte Zusammenhänge einfach und sehr bildhaft zu erklären.

Heraus kam ein einstündiges Hörerlebnis, das man jedem ans Herz legen kann, der immer schon mal wissen wollte, wie Hören funktioniert, was Hören beeinträchtigt, wie Hörgeräte funktionieren und wie es in einem schalltoten Raum zugeht

Reinhörbefehl vom Leisetreter – das lohnt sich!

Müssen Gehörlose Gehörschutz tragen?

Blogbeitrag gepostet am 16.03.2011

Manchem Leser der Nordseezeitung mag das schlecht recherchiert vorgekommen sein: Ein Gehörloser Mensch wird in einem Maschinenbaubetrieb angestellt und muss dort Gehörschutz tragen.

Dabei kann das durchaus gute Gründe haben. Denn die meisten gehörlosen Menschen hören keineswegs überhaupt nichts. Meist sind sie im Besitz eines Restgehörs. Mit Hilfe von Hörgeräten oder Cochlea-Implantaten wird die Umgebungsakustik für das Restgehör so aufbereitet, dass sie z.B. bei der Orientierung oder beim Wahrnehmen von Warnsignalen hilft.

Zwar ist in Fachkreisen umstritten, ob ein Restgehör, also ein recht geringes Hörvermögen, durch berufliche Lärmeinwirkung weiter geschädigt werden kann (schließlich machen Hörgeräte ja auch alles lauter), dennoch ist es ratsam, in besonders lärmbelasteter Umgebung, wie z.B. im Maschinenbau, die Hörreste durch geeigneten Gehörschutz vor weiterer Schädigung zu schützen. Meist geht das ohne großen Aufwand, denn in diesen lauten Bereichen wird ohnehin durch den Arbeitgeber Gehörschutz bereit gestellt.

Der Funkenflug wurde von Christian Fraaß
für aboutpixel.de festgehalten.

Der See als Lautsprecher

Blogbeitrag gepostet am 11.03.2011

Rimantas Lukavicius ist 3D-Animationskünstler und gestaltet unter anderem für MTV kurze TV-Trailer. In seinen Kurzfilmen gelingt es ihm in der Regel darum, den Betrachter neugierig zu machen. Er zeigt Dinge, die realistisch aussehen, bei näherer Betrachtung jedoch unrealistisch sind. Und die dadurch überraschen.

Im Trailer „Speaker“ gelingt es ihm, etwas zu visualisieren, was im Grunde unsichtbar ist: Schallwellen. Er macht sich dabei die Wellenausbreitung auf der Oberfläche einer Flüssigkeit zunutze. Ein See wird zur Membran und damit zu einem überdimensionalen Lautsprecher. Das Ergebnis fasziniert:

[vimeo 9829973 530 298]

Hear like an Egytian – Ohren in der Ägyptischen Ausstellung im Neuen Museum Berlin

Blogbeitrag gepostet am 08.03.2011

Neulich fand ich die Zeit für einen Museumsbesuch. Ziel war das Neue Museum auf der Museumsinsel in Berlin. Dort wollte ich die ägyptische Ausstellung erleben.

Für jemanden wie mich, der häufig mit dem Thema Ohren zu tun hat, war der Besuch irritierend. Denn in den Räumen mit alle den ägyptischen Büsten und Stelen entführten die Ohren der historischen Ausstellungsstücke immer wieder meinen Blick. Während die Darstellungen an sich oft abstrahiert waren, war doch allen Ausstellungsstücken gemein, dass die Ohren deutlich herausgeformt und mit vielen Details dargestellt waren.

So stimmten nicht nur die Proportionen, auch Form und Verlauf waren bestechend originalgetreu. Und meistens war auch die innere Ohrmuschel (Concha) mit zusätzlichen Details wie z.B. Helix und Anthelix korrekt. dargestellt.

Zu meinem großen Erstaunen entdeckte ich dann auch noch eine Stele mit Abbildungen oder Entwürfen von Ohren. Alter: 3000-3500 Jahre. Den alten Ägyptern scheint die Bedeutung des Sinnesorgans Gehör allem Anschein nach bereits bewusst gewesen zu sein.

Musik erkennen: Ein kurzer Moment genügt

Blogbeitrag gepostet am 04.03.2011

Das menschliche Gehör ist ein echter Schnellerkenner. Nur wenige Momente eines bereits bekannten Musiktitels genügen, um zu realisieren: “ Kenne ich!“ Und dann beginnt das Martyrium. „Kenne ich, aber wie hieß das noch…?“

Um Musiktitel zu erkennen ist es nicht mal notwendig, Momente des Refrains zu hören. Ein kurzer Augenblick einer eher nichtssagenden Passage reicht oft auch schon aus. Übrigens ist es dieselbe Fähigkeit des Hörsinns, der uns auch ermöglicht, Gesprächspartner am Telefon bereits nach wenigen Wortfetzen zu erkennen und richtig einzuordnen. Selbst Stimmungen des Gegenüber können wir am Telefon nach wenigen Momenten einschätzen.

Wer seine Wiedererkennungsfähigkeiten intensiv auf die Probe stellen möchte, dem seien 74 Minuten „Chartsweep“ ans Herz gelegt: Alle Nummer-1-Hits der Jahre 1956 – 1992 – jeweils nur 5 Sekunden lang angespielt.

Das alte Radio hat Sebastian Engel
für aboutpixel.de fotografiert.

Blödes Orchester beeindruckt

Blogbeitrag gepostet am 01.03.2011

Als ich heute morgen die Kaffeemaschine ansah, dachte ich so bei mir: Wie einsam muss sie sich fühlen. Gurgelt hier solo vor sich hin, dabei wäre ihr Platz eigentlich zwischen der Waschmaschine und dem Mixer. Mit ihrem Talent (bei Fertigstellung des Kaffees legt sie sich akustisch wirklich richtig ins Zeug!) wäre sie in symphonischem Rahmen ganz sicher eine ganz große Nummer!

Ich werde mich in den nächsten Tagen an das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg wenden und fragen, ob dort noch ein Platz im Orchester frei ist. Im Blöden Orchester.

In diesem eindrucksvollen Ensemble spielen über 150 historische Küchengeräte immer fünfzehn Minuten nach der vollen Stunde zu einer 35-minütigen Küchensymphonie auf.

Der Dirigent, Cembalist und Komponist Michael Petermann hat satte 8 Jahre an der Idee gearbeitet. Er trug die Klangkörper zusammen und synchronisierte der Betriebsgeräusche zu einem eindrucksvollen Soundtrack. Noch bis zum 30. April 2011 ist sein Arrangement in Hamburg zu bestaunen.

[vimeo 19902008 530 298]

Nicht nur die Akustik des Orchesters beeindruckt, auch das Video ist toll gemacht. Hier wird deutlich: Der feine Unterschied zwischen Lärm und Musik liegt nicht beim Verursacher, sondern im Kontext und im Ohr des Zuhörers. Viele der aufführenden Küchengeräte wurden heutigen Lärmschutzempfinden im Küchenbetrieb nicht mehr genügen. Hier im Orchester stört das kaum jemanden.

[via Kugelbahn-Blog]

Video: white tube, Orchesterübersicht
oben rechts ist aus dem Video.

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