Leisetreter -
Der Gehörschutz-Blog

Senioren und der Lärm aus der Kita

Seit Tagen diskutiert Deutschland über Lärm in und aus Kindertagesstätten. Der Grund: Seit Anfang Februar nehmen die Pläne für ein geändertes Immissionsschutzgesetz Formen an. Darin sollen Baumaschinen und Kinder in Zukunft nicht mehr gleichgestellt sein wenn es um die Beurteilung der akustischen Emissionen geht (sprich: Wie viel Lärm kommt raus?).

Ich möchte das Thema heute einmal von einer anderen Seite beleuchten. Dabei unterstelle ich, dass es überwiegend Menschen in der zweiten Lebenshälfte sind, die Kinderlärm in Wohngebieten kritisch sehen. Die „Senioren-Union“ nährt diese Unterstellung.

Wenn man annimmt, der der Großteil dieser Menschen selber Kinder aufwachsen sah, dann sollte die Suche nach anderen Gründen als „Altersstarrsinn“ erlaubt sein. Einen (sicher nicht den einzigen) glaube ich gefunden zu haben.

Beinahe jeder 6. Deutsche besitzt ein eingeschränktes Hörvermögen. Schaut man sich die Aufteilung nach Altersgruppen an, so sieht man eine Häufung bei den über 60-jährigen. In dieser Altersgruppe hört mehr als die Hälfte der Menschen nicht mehr optimal.

„Und was hat das mit Kinderlärm zu tun? Ist doch prima – wer schlecht hört den stören die Kinder auch weniger…!“

Ein weit verbreiteter Irrglaube.

Im Alter verschwindet häufig die Empfindlichkeit für leise Töne. Die Empfindlichkeit für laute Töne bleibt jedoch gleich oder kehrt sich ins Gegenteil um: Viele ältere Menschen habe eine Überempfindlichkeit für laute und hohe Töne (auch Hyperakusis genannt). Zusätzlich kämpfen schwerhörige Menschen mit dem Cocktailparty-Effekt: Laute Hintergrundgeräusche überdecken leise Sprache und machen eine Unterhaltung zur Qual.

Kindergeschrei aus der Kita trifft also gleich mehrere Hörproblembereiche von Menschen mit Hörverlust: Es ist laut und es ist schrill (hohe Frequenzanteile). Damit ist es unbehaglich laut: Das Kindergeschrei wird lauter und schriller wahrgenommen als von Menschen mit intaktem Gehör. Zusätzlich überdeckt es die leise Sprache, welche von älteren Menschen dann meist schlechter verstanden wird.

Nimmt man all diese Höreffekte zusammen, dann wundert es nicht, dass sich Menschen mit Hörverlust durch den hochfrequenten Lärm aus Kindertagesstätten in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt sehen. Und geht man davon aus, dass der größere Teil der Hörgeschädigten zur Gruppe der Senioren zählt, so ist auch klar, warum diese besonders energisch nach Hilfe rufen.

Was bleibt ist allerdings die Frage nach dem geeigneten Mittel zur Lösung des Problems. Denn neben der Verlegung der Kita an den Stadtrand gäbe es noch die Alternative, dem Hörverlust und der Lärmüberempfindlichkeit durch moderne Hörgeräte entgegen zu wirken.

Der süße Fratz, der oben rechts so
illustrativ für diesen Betrag schreit,
wurde von memekode festgehalten.

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Husten am Telefon analysieren

Jeder hustet anders. Und wer dieses Jahr während der Grippesaison eine Hauptrolle ergattern konnte, weiß ein Lied davon zu husten. Husten belastet den Huster – und seine Umwelt.

Gerade wenn der Husten hartnäckig ist und nicht verschwinden will, stellt sich die Frage: Soll ich weiter auf die Wirksamkeit der Erkältungsmittel hoffen oder zum Arzt gehen?

Vier Forscher des „Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT“ haben sich nun Erkenntnisse aus der Stimmforschung zunutze gemacht und haben Husten analysiert. Ziel der Untersuchung: Unterscheidung zwischen schleimigem und trockenem Husten. Letzterer (der „Reizhusten“) ist der bedenklichere und sollte von einem Arzt angeschaut (pardon: angehört) werden. Den Sprachforschern gelang es, nach Testaufnahmen in den Fußgängerzonen von Hamburg und Oldenburg, die aufgenommenen Hust-Tiraden in eben diese zwei Gruppen zu unterteilen.

Spannend an der Sache: Funktioniert die Unterscheidung auch über das Telefon? Die Dynamik einer Telefonübertragung ist eingeschränkt, ebenso der Frequenzgang. Trotzdem lässt sich mit der entwickelten Software auch per Anruf analysieren, ob der Husten trocken oder schleimig ist.

80% Erfolgsquote schaffe die Analysesoftware, sagen die Fraunhofer-Forscher. Und leicht überlastet ist sie wohl auch. Obwohl die kostenfreie Rufnummer (0800 – 000 71 78) noch bis Ende März geschaltet sein soll, war sie gestern und heute beim Probehusten mehrfach besetzt. Ist da schon wieder die nächste Grippewelle im Anmarsch?

[via Welt Online]

Den leckeren Hustensaft
hat Anita Hart fotografiert.

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Auf Zehenspitzen in die Bloggosphäre

Hallo Welt, hier kommt der Leisetreter!

Auf dem Heizungsdeck werden fleißig Kohlen geschippt und auf der Brücke werden die Scheiben gewienert: Der Leisetreter-Blog verlässt die Werft und nimmt Kurs Richtung Cyperspace.

Dieses Projekt wird sich mit allem beschäftigen, was durch die Ohren an uns heran dringt. Wir nehmen akustische Themen auf’s Korn, beschäftigen uns mit Lärm und Dingen die schlecht zu hören sind. Aber auch mit den Ohren an sich. Mit Gehörschutz, Ohrstöpseln, Hörsystemen und Ohrenkneifern. Wo wir die Grenzen setzen, müssen wir selber erst noch heraus finden.

Na dann: Leinen los, Anker lichten – Kurs aufnehmen.
Wir freuen uns über jeden neuen Passagier und sind gespannt auf Euer Feedback. Mal sehen, wohin diese Reise geht…

Danke für das tolle Bild an Rainer Sturm, der
das Foto für aboutpixel.de in der Bucht von
Antalya vor dem Taurusgebirge schoss.

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