Eine Frau hält sich die Ohren zu. Eine Frau hält sich die Ohren zu.

Lärm ist eine individuelle Sache – von Mensch zu Mensch unterschiedlich

Wenn wir 100 Leute fragen, was sie unter Lärm verstehen, dann bekommen wir viele verschiedene Antworten. Einige von ihnen werden sich grundlegend widersprechen. Denn Lärm oder was wir dafür halten liegt im Ohr des Zuhörers.

Kann Musik Lärm sein?

Die unterschiedliche Beurteilung von klingenden Umgebungen wird am deutlichsten, wenn man Musik betrachtet. Während manche Menschen viel Spaß mit House, Hardrock oder Metal haben, vergnügen sich andere Leute mit Volksmusik oder lauschen klassischen Konzerten. Die eine Gruppe schüttelt über die Musikvorlieben der anderen den Kopf. Und wenn die "gegnerische" Musik etwas lauter gespielt wird, wird sie als Lärm bezeichnet.
Musik kann unterschiedlichste Emotionen auslösen, von Freude über Rührung bis hin zu Abscheu. Kommt Abneigung ins Spiel, spricht man von Lärm – auch bei Musik.
Besonders gefährlich ist übrigens liebgewonnene Musik in hoher Lautstärke. Der natürliche Reflex, sich aus sehr lauten Umgebungen zurückzuziehen, funktioniert dort nicht mehr. Musik, die man gerne hört, schaltet unsere Wahrnehmung für "zu laut" manchmal einfach aus.

Manchmal keine Frage der Lautstärke

Dass der Begriff "Lärm" nicht unmittelbar etwas mit hohen Lautstärken zu tun haben muss, wird noch an anderen Beispielen deutlich. Stellen Sie sich ein schreiendes Baby vor. Für die Mutter ist das Schreien elementar wichtig. Um nicht einen Laut zu verpassen, werden zusätzlich Babyphone und Signalgeber aufgestellt. Babys Schreien ist ein willkommenes akustisches Signal. Und nun denken Sie an den Nachbarn in der Wohnung mit den dünnen Wänden. Er muss morgens früh raus. Er ist beinahe eingeschlafen, da beginnt Nachbars Baby zu schreien. Ganz leise, er hört es gedämpft durch die Wände. Aber es ist schon das vierte Mal diese Woche. Und im Grunde genommen hat er nur darauf gewartet. Hier ist der leise Pegel des schreienden Babys aus der Nachbarwohnung Lärm, obwohl keine große Lautstärke erreicht wird.

Lärm richtig einschätzen

Ob wir Geräusche, Sprache oder Musik als Lärm empfinden, hängt von unserer persönlichen Prägung ab. Von unserem Umfeld und unseren Erfahrungen. Geräusche, die uns besonders hartnäckig stören, benötigen immer weniger Lautstärke, um uns aus der Ruhe zu bringen. Das zu wissen ist für den richtigen Einsatz von Gehörschutz wichtig, denn Ohrstöpsel können Geräusche zwar erheblich leiser machen, jedoch oft nicht komplett ausschalten.

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