Ein Ohr in das ein transparenter Gehörschutz gesetzt wird. Ein Ohr in das ein transparenter Gehörschutz gesetzt wird.

Wieviel Lärm kann ich mit Gehörschutz maximal abhalten?

Das Maximum, bitte!

Keine Frage: Gehörschutz ist dazu da, Lärm und Geräusche abzuhalten. In besonders störenden Situationen gibt es häufig den Wunsch, Lärm nicht nur leiser zu machen, sondern ihn völlig unhörbar werden zu lassen zu machen. Es stellt sich also die Frage: Wie viel Schall kann Gehörschutz eigentlich maximal abhalten?

Der Weg durch die Luft

Eine schematische Darstellung des Ohres.

Um die Frage zu beantworten, müssen wir uns zunächst anschauen, wie Schall eigentlich in das Ohr gelangt. Der direkte Weg ins Ohr führt über den Gehörgang. Wenn wir über "hören" sprechen, meinen wir meist den Schall, der durch die Ohrmuschel gesammelt wird und über das Trommelfell ins Mittelohr und Innenohr gelangt. Man nennt diesen Schall auch "Luftschall".

Umweg über die geheime Knochenleitung

Es gibt aber noch einen anderen Weg ins Ohr: über den Knochenschall. Trifft ein lautes Schallereignis auf den Kopf, so bringt es den Schädelknochen in Schwingungen. Der gesamte Kopf wirkt wie ein Mikrofon, welches durch eintreffenden Schall in Bewegung gebracht wird. Diese Schwingungen übertragen sich auf das Mittelohr, einen luftgefüllten Raum im Schädelknochen. Sie übertragen sich auch auf das Innenohr, einen schneckenförmigen Raum, der mit Flüssigkeit gefüllt ist und in dem die Hörsinneszellen sitzen.

Knochenschall kümmert sich nicht um Gehörschutz

Wenn wir Gehörschutz in das Ohr stecken oder Kapselgehörschutz über die Ohrmuschel stülpen, dann erschweren wir damit dem Luftschall das Eindringen in den Gehörgang - je nach Gehörschutz mehr oder weniger stark. Was wir mit Gehörschutz jedoch nicht verhindern können, sind das Auftreffen von Schallwellen auf den gesamten Kopf und die damit verbundene Schwingung des Schädelknochens. Der Knochenschall kümmert sich also nicht um den Gehörschutz, sondern sucht sich seinen Weg daran vorbei.

Über den Schädel geht einiges verloren

Die gute Nachricht ist: Über den Gehörgang hören wir deutlich besser als über den Schädelknochen. Um genau zu sein: Schall, der den Schädel zum Vibrieren bringt und sich erst über den Knochen in das Mittelohr vorarbeiten muss, lässt auf seinem Weg ca. 50 Dezibel Lautstärke liegen. Kommt ein Schall also über den Gehörgang mit 70 Dezibel an, so sind es über den Schädelknochen nur noch 20 Dezibel.

Maximalwert durch Übergangsdämpfung

Durch die Schleichwege des Knochenschalls lässt sich auch eine einfache Antwort auf die Frage nach der maximal möglichen Dämmung von Gehörschutz geben: 50 Dezibel. Denn selbst wenn ein Ohrstöpsel im Gehörgang mehr dämmen könnte, der Knochenschall würde ihn umgehen und mit 50 Dezibel Dämmung seinen Weg ins Ohr finden.

Maximalwerte in der Praxis

Da Ohrstöpsel den Gehörgang niemals zu 100 % ausfüllen und auch niemals ganz massiv sind, wird der theoretische Wert von 50 Dezibel in der Praxis kaum erreicht. Realistische Maximalwerte liegen knapp unter 40 Dezibel. So erreicht der Cord Max-Gehörschutzstöpsel eindrucksvolle 37 Dezibel an Schalldämmung. Bei diesen Durchschnittswerten (dem sogenannten SNR) muss man auch berücksichtigen, dass für unterschiedliche Tonlagen verschieden hohe Dämmwerte erreicht werden. Beim Cord Max-Gehörschutz werden einzelne hohe, für das Gehör besonders gefährliche Tonlagen um bis zu 47 Dezibel gedämmt. Und das kommt unserem theoretischen Maximum von 50 Dezibel schon erstaunlich nahe.

zurück zum Gehörschutz Ratgeber

Bitte erlauben Sie uns die Nutzung von Cookies. OK